Verschwörungs-Festival ‚Pax Terra Musica‘ kündigt Insolvenz an

Pax Terra Musica meldet Insolvenz an
Pax Terra Musica meldet Insolvenz an

Mit dem Festival wollten die Verschwörungstheoretiker der Mahnwachen-Szene richtig groß durchstarten. Doch es verirrten sich nur ein paar Hundert Besucher nach Niedergörsdorf. Nun musste Pax Terra Musica Insolvenz anmelden.

Die Einnahmen des Festivals konnten die Ausgaben nicht decken. Allein die Anmietung eines ehemaligen Flugplatzes in der Nähe von Jüterbog hatte 20.000 Euro gekostet. Doch die erwarteten Besuchermassen blieben aus. In den Wochen nach dem Debakel versuchten Szene-Größen wie Ken Jebsen, die „Pax Terra Musica gGmbH“ mit Spendenaufrufen zu retten. [1] Doch am Ende hat es alles nichts genützt.

Pax Terra Musica Insolvenz: Schuld sind die anderen

Es fehlen immerhin 35.000 Euro, um offene Rechnungen zu bezahlen, musste der Veranstalter Malte Klingauf jetzt zugeben. [2] In einem Video beschwört der „Macher“ (laut Ken Jebsen) noch einmal den Zusammenhalt der Szene, deren Geld er verpulvert hat. Auch Mathias Tretschog, der Pressesprecher der gemeinnützigen GmbH, ließ seiner Begeisterung für das gescheiterte Fest auf Facebook freien Lauf:

„Ihr habt großartiges geleistet, wir haben ein gigantisches Fest gemeinsam für den Frieden erlebt, wir haben gemeinsam ein lautes unüberhörbares Zeichen gesetzt, welches durch die ganze Republik ging. Viele von uns werden davon noch ihren Kindern oder Enkelkindern mit Freude und Rührung berichten, wenn sie die Videos und Bilder herausholen, es war eine faszinierende Zeit in Niedergörsdorf.“ [3]

Tretschog polterte allerdings auch gegen die seiner Ansicht nach wirklich Schuldigen: die Medien. Mit einer „Hetzkampagne“ sei das Projekt zerstört worden. Damit meint er kritische Berichte, die im Vorfeld auf die Teilnahme von Verschwörungs-Medien wie NuoViso.TV hinwiesen. Eigene Fehler räumte keiner der Verantwortlichen ein.

In der kommenden Woche findet schon das nächste Großereignis der Mahnwachen-Szene statt: ein Protest-Camp gegen die US-Luftwaffenbasis in Ramstein Anfang September. Die Veranstalter versprechen Yoga-Kurse, veganes Essen sowie „Love, Peace and Harmony“ für 25 Euro Eintritt an der Abendkasse: „Es sind genügend Tickets vorrätig!“ [4]

Update: Doch keine Insolvenz

Nur einen Tag nach der Ankündigung postete Malte Klingauf ein weiteres Video auf YouTube. Darin behauptete er, eine hohe Einzelspende habe alle Schulden beglichen. Das Festival könne 2018 wieder stattfinden. Wer der größzügige Spender gewesen sein soll, sagte Klingauf nicht.

Folge der Kentrail-Verschwörung auf Facebook und Twitter.

Anmerkungen

[1] Spendenaufruf von Ken Jebsen, 22.07.2017.

[2] Facebook-Seite von „Pax Terra Musica“, 30.01.2017.

[3] Facebook-Seite von Tretschog, 30.08.2017.

[4] Kampagne „Stopp Ramstein“: Website und Facebook-Seite. Event-Seite des Protest-Camps.

[5] YouTube am 01.09.2017.

 

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