„Karls-Preis“: Holocaust-Leugner Gilad Atzmon musiziert für Ken Jebsen

Gilad Atzmon: ein Israeli, der die Juden hasst
Gilad Atzmon: ein Israeli, der die Juden hasst

Bei der Verleihung des „Karls-Preises“ für Ken Jebsen wird ein Holocaust-Leugner als Musiker auftreten. Die Veranstalter kündigen den in Israel geborenen Antisemiten Gilad Atzmon an. Der ist so radikal, dass ihn sogar ausgemachte Israel-Gegner ablehnen.

Im Oktober wurde die unverbesserliche Rechtsextremistin Ursula Haverbeck-Wetzel wegen Holocaust-Leugnung zu einer Haftstrafe verurteilt. Vor Gericht berief sich die 88-jährige unter anderem auf einen jüdischen Musiker und Autor, um ihre giftigen Behauptungen zu untermauern: Gilad Atzmon stammt selbst aus Jerusalem, verbreitet jedoch seit Jahren wüste Verschwörungstheorien und Mythen über Israel und die Juden. [1] Die „Neue Rheinische Zeitung Online“ gab nun bekannt, dass Gilad Atzmon im Rahmenprogramm der Preisverleihung für Ken Jebsen am 14. Dezember im Berliner Kino Babylon auftreten wird. [2] Jebsens YouTube-Kanal „KenFM“ zeigt bereits seit September einen Vortrag Atzmons. [3]

Gilad Atzmon: „Alibi-Jude“ der Holocaust-Leugner

Die anderen Musiker der Veranstaltung sind nur in der Verschwörungsszene bekannt: „Prinz Chaos II.“ und „Die Bandbreite“. Im Gegensatz dazu gilt Gilad Atzmon durchaus als angesehener Jazz-Musiker. Allerdings äußert sich der Israeli auch immer wieder mit kruden Botschaften zu politischen Themen. Atzmon möchte sich nach eigenen Angaben für die Sache der Palästinenser stark machen. Dabei schießt er aber weit über das Ziel hinaus. So weit, dass sich sogar bekannte Anti-Israel-Aktivisten aus dem Umfeld der Bewegung „Boycott, Divestment and Sanctions“ (BDS) von seinen Aussagen distanzieren. [3] BDS steht selbst in der Kritik wegen antisemitischer Tendenzen, denn die Gruppe agitiert aggressiv und pauschalisierend gegen den Staat Israel.

Atzmon genügen Boykottaufrufe und „Kritik“ am jüdischen Staat nicht. Er behauptet gleich, Israelis würden Organhandel mit den Körpern getöteter Palästinenser betreiben. [4] Dabei verzichtet Atzmon sogar auf szeneübliche Codes wie „Zionisten“ und unterstellt den Juden insgesamt eine Weltverschwörung. In einem Buch bezeichnet er das Judentum ganz direkt als „schädlich“. Die Juden seien außerdem selbst Schuld am Hass, der sie trifft. Auf seinen Social-Media-Profilen steht der Hetzer offen in Kontakt mit Holocaust-Leugnern rund um die Welt. Deren Recht auf „Meinungsfreiheit“ verteidigt er in seinen Texten. [5] Die Schoah ist seiner Ansicht nach ein Mythos, eine „westliche Religion“, die zum Vorwand für Kriegsverbrechen diene. [6]

Ein Abend voller Judenhass – finanziert mit Steuergeldern

Gilad Atzmon bedient uralte Stereotypen des Antisemitismus, seine irre Agitation zitiert unverblümt die ätzende Propaganda des Nationalsozialismus. Der „Karls-Preis“ wird vom berüchtigten Hetzer-Duo Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann verliehen. Die Herausgeber des Weblogs „Neue Rheinische Zeitung Online“ behaupten unter anderem, der israelische Geheimdienst habe den österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider ermordet. Dass nun ein Gericht zugunsten ihrer Veranstaltung entschieden hat, gibt Fikentscher und Neumann offenbar gehörig Selbstbewusstsein. Nun wollen sie eine beispiellose Provokation vom Stapel lassen – mitten im öffentlichen Raum, in der deutschen Hauptstadt. Der Berliner Senat subventioniert das Kino Babylon mit etwa 400.000 Euro pro Jahr. Am kommenden Donnerstag soll dort mit Steuergeldern offener Judenhass als „Meinungsfreiheit“ gefeiert werden.

Anmerkungen

[1] BNR am 29.11.17.

[2] NRhZ am 08.12.17.

[3] KenFM am 21.9.17.

[4] Electronic Intifada am 13.03.12. (Electronic Intifada ist selbst eine radikal antiisraelische Website.)

[5] Website von Gilad Atzmon am 28.04.10.

[6] Haaretz am 30.10.17.

 

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