Die AfD macht einen „Frauenmarsch“ – gegen Flüchtlinge

Leyla Bilge bei einer AfD-Veranstaltung
Leyla Bilge bei einer AfD-Veranstaltung

Die Islam-Hasserin Leyla Bilge ist vor allem für schräge Auftritte bekannt. Am kommenden Samstag will sie einen rassistischen „Frauenmarsch“ durch Berlin-Kreuzberg führen. Die Aktion ist Teil einer rechten Kampagne, die versucht, die Sexismus-Debatte zu instrumentalisieren.

Im Bundestagswahlkampf präsentierte sich Leyla Bilge auf AfD-Veranstaltungen in Burka und Deutschland-Kleidchen. So wollte die fundamentalistische Christin nach eigenen Angaben vor der Unterdrückung von Frauen durch Muslime warnen. Nun mobilisiert sie ihre Fans und Follower zu einem „Frauenmarsch“ in Berlin. Der sollte zuerst am Oranienplatz stattfinden – mitten im traditionell linken Kiez – wurde aber mittlerweile zum etwas weniger brisanten Halleschen Tor verlegt. Antirassistische Bündnisse haben Gegenproteste angemeldet. [1]

Die Berliner Veranstaltung dockt an eine Kampagne aus dem Spektrum der „Identitären Bewegung“ an. Unter dem Hashtag #120db versuchen die Neurechten seit einigen Wochen, eine rassistische Version der #MeeToo-Bewegung zu etablieren. In einem Propaganda-Video inszenieren sich bekannte Frauen der rechtsradikalen Szene als Frauenrechtlerinnen. Maßgeblich beteiligt ist der Österreicher Martin Sellner, der in der Vergangenheit eher durch Antifeminismus und frauenfeindliche Sprüche aufgefallen ist. [2] Auch die Junge Freiheit ist mit von der Partie. In einem eigenen Online-Video warnt die neurechte Zeitung vor der „Gefahr“ durch eingewanderte Gewalttäter. [3]

Der „Frauenmarsch“ ist eine rassistische Inszenierung

Der Aufmarsch unter dem Motto „Wir sind kein Freiwild… Nirgendwo!“ richtet sich ausschließlich gegen geflüchtete Männer, denen pauschal ein Hang und die Bereitschaft zu Sexualstraftaten unterstellt wird. Tatsächliche Gewalttaten in Kandel  und Cottbus werden benutzt, um ein allgemeines Bedrohungsszenario zu schaffen. Sexuelle Gewalt von in Deutschland geborenen Männern interessiert Demagog_innen wie Burka-Leyla nicht im Geringsten. Die Aktivistin arbeitet inzwischen bei der AfD-Bundestagsfraktion.

Für den „Frauenmarsch“ wird praktisch ausschließlich in den sozialen Netzen mobilisiert – angeblich parteiübergreifend. Rechte Hetzer wie der „Männerrechtler“ Hagen Grell oder der ehemalige Schwulenaktivist David Berger beteiligen sich nach Kräften. Womöglich mit Erfolg. Die zynische Gräuelpropaganda könnte Rechtsradikale in größerer Anzahl mobilisieren. Die Mobile Beratung gegen Rechtsexpremismus Berlin hält in einer aktuellen Einschätzung hohe Teilnehmer_innen-Zahlen für möglich. [4]

Anmerkungen

[1] Antifa-Berlin-Info vom 17.1. (Update 14.2.)  ; Veranstaltungsseite des Bilge-Marsches auf Facebook ; Gegenveranstaltung

[2] Belltower News am 6. 2. 2018

[3] Junge Freiheit am 13.2.18

[4] MBR-Website

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