Mahnwachen-Gründer Lars Mährholz startet Comeback-Versuch

Der Mahnwachen-Initiator Lars Mährholz will zurück ins Rampenlicht
Der Mahnwachen-Initiator Lars Mährholz will zurück ins Rampenlicht

Lars Märholz will es noch einmal wissen: Für Mai lädt er Verschwörungstheoretiker aus ganz Deutschland zu einer Demonstration nach Berlin ein. Das sagte der ehemalige Frontmann der Mahnwachen-Bewegung in einem am Freitag beim Verschwörungs-Kanal NuoViso veröffentlichten Interview. [1] Mährholz versucht offenbar ein Comeback. Doch das dürfte nicht funktionieren.

Lars Mährholz war mal das Gesicht der Mahnwachen

Der ehemalige Event-Unternehmer Mährholz wurde 2014 als Initiator der sogenannten Montagsmahnwachen bundesweit bekannt. Die wöchentlichen Veranstaltungen propagierten Esoterik und krude Weltbilder. Mährholz selbst behauptete zum Beispiel, die amerikanische Bundesbank FED wäre für alle Kriege der Welt verantwortlich. Die größte Kundgebung in Berlin versammelte mehrere Tausend Besucher. Ab Mitte 2014 spaltete sich die Mahnwachen-Bewegung jedoch in verschiedene Fraktionen und versank schließlich in der Bedeutungslosigkeit. Lars Mährholz zog sich ins Privatleben zurück.

Der Comeback-Versuch des 38jährigen steht unter schlechten Vorzeichen. Heute ist die Migrationspolitik das zentrale Thema in der Verschwörungsszene. Statt Esoterik-Kitsch und flachem Pazifismus überwiegen offener Rassismus und Hetze gegen Flüchtlinge. Mährholz fordert jedoch weiterhin offene Grenzen und Frieden für alle. Folgerichtig wird er in Kommentaren unter dem NuoViso-Video als Linker, „Globalist“ und „One-World-Aktivist“ beschimpft. Außerdem fehlt die Motivation von außen: Die Mahnwachen von 2014 waren vor allem eine Reaktion auf die Verunsicherung durch die Ukraine-Krise. Ein Revival ist daher sehr unwahrscheinlich.

Anmerkung

[1] NuoViso bei YouTube am 06.04.18

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