Ken Jebsen sucht die Nähe der AfD

Wirtschaftskonferenz YIEF im April 2018. V.l.n.r: Juri Hempel, Ken Jebsen, Eugen Schmidt

Der Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen sucht zunehmend die Nähe der AfD. Bei einem Wirtschaftsgipfel auf der Krim kam er mit Vertretern der rechten Partei zusammen.

Eugen Schmidt strahlt. Ein Foto, das der Kopf der Vereinigung „Russlanddeutsche in der AfD Nordrhein-Westfalen“ auf seinem Facebook-Profil teilte, zeigt ihn an der Seite des umstrittenen Verschwörungs-DJs Ken Jebsen. Aufgenommen wurde es beim „Yalta International Economic Forum“ auf der von Russland besetzten Krim. Die Wirtschaftskonferenz fand von Donnerstag bis Samstag in Jalta statt. Schmidt ist ein entschiedener Gegner der Russland-Sanktionen und treibt die Vernetzung der AfD mit Kreml-nahen Organisationen voran. Bereits im Februar war Eugen Schmidt mit anderen AfD-Politikern auf die Krim gereist.

Gemeinsam gegen den Westen: Ken Jebsen und die AfD

Links im Bild: Juri Hempel, der Vorsitzende einer Organisation der Krimdeutschen. Hempel empfängt regelmäßig Reisegruppen aus Deutschland. Seine Vereinigung „Wiedergeburt“ wird vom Präsidialamt Wladimir Putins finanziell gefördert. Einer russischen Website zufolge soll Hempel mindestens 2,5 Millionen Rubel aus einem staatlichen Fördertopf erhalten haben, um „Volksdiplomatie“ zu fördern. [1] Damit ist der Aufbau Putin-freundlicher Netzwerke in westlichen Ländern gemeint. Neben diversen AfD-Politikern reist auch der niedersächsische Linke-Stadtrat Andreas Maurer regelmäßig zu Hempel auf die besetzte Halbinsel. Das Ziel solcher Maßnahmen: die Sanktionen der EU unterminieren.

Als Eugen Schmidt im Februar auf die Krim reiste, war auch der nordrhein-westfälische AfD-Landtagsabgeordnete Christian Blex mit von der Partie. Kurz darauf reiste Blex mit einer anderen AfD-Delegation nach Syrien. Die Syrien-Reise kam Experten und Sicherheitskreisen zufolge mit Unterstützung des russischen Staates zustande. [2] Die meisten deutschen Medien kritisierten die Reise ins Kriegsgebiet als Propaganda-Show. Blex fühlte sich unverstanden. Doch dann kam ihm Ken Jebsen zur Hilfe. In einem langen Interview auf Jebsens Online-Portal KenFM konnte der AfD-Mann Blex seine Sicht der Dinge ausbreiten. Das ist bemerkenswert, denn in den letzten Jahren hatte Jebsen eine allzu offensichtliche Nähe zur AfD vermieden.

Anmerkungen

[1] Regnum.ru am 18.08.2016

[1] Berliner Zeitung und Zeit Online am 09.03.2018

V.l.n.r: Helmut Seifen, Harald Laatsch. Christian Blex, Hugh Bronson, Rainer Balzer, Eugen Schmidt, Roger Beckamp, ?, Nic Vogel Nicht abgebildet: der Teilnehmer Gunnar Norbert Lindemann
Krim-Delegation der AfD im Februar. V.l.n.r: Helmut Seifen, Harald Laatsch. Christian Blex, Hugh Bronson, Rainer Balzer, Eugen Schmidt, Roger Beckamp, ?, Nic Vogel Nicht abgebildet: der Teilnehmer Gunnar Norbert Lindemann

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