Gewerkschafter vertreiben Björn Höcke in Eisenach

Björn Höcke (Mitte) und Jürgen Pohl (li.) mussten in Eisenach die Beine in die Hand nehmen
Björn Höcke (Mitte) und Jürgen Pohl (li.) mussten in Eisenach die Beine in die Hand nehmen

Am Dienstag haben Gewerkschafter den AfD-Politiker Björn Höcke von einer Demonstration der IG Metall in Thüringen vertrieben. Dort wollte er mit seinem Mitstreiter Jürgen Pohl und weiteren AfDlern an den Protesten gegen die mögliche Schließung des Opel-Werks in Eisenach teilnehmen. Die kleine Gruppe musste das Gelände jedoch fluchtartig verlassen, weil sie von bereits anwesenden Demonstranten bedrängt wurde.

Eisenach: AfD in den Fußstapfen der NPD

Sollte Opel das Werk Eisenach wirklich schließen, sind 1.800 Arbeitsplätze bedroht. Die AfD möchte die Proteste der Opelianer vereinahmen, um sich als Partei des „kleinen Mannes“ darzustellen. Dahinter steckt ein breit angelegter Versuch, die rechte Forderung nach Abschiebung von Migranten mit der „sozialen Frage“ verbinden. In diese Kerbe hat in der Vergangenheit die NPD gehauen – mit ihrem Slogan „Arbeit zuerst für Deutsche“.

Die Gruppierung „Der Flügel“ um Björn Höcke versucht seit etwa einem Jahr, eine rechte Gewerkschaft aufzubauen. Ausgerechnet am 1. Mai 2017 verkündete Jürgen Pohl in Erfurt die Gründung des „Alternativen Arbeitnehmerverbandes Mitteldeutschland“ (ALARM). Pohl ist ein enger Weggefährte von Björn Höcke und ein Befürworter von PEGIDA.

Rechte Gewerkschafter im Betriebsrat

In Süddeutschland gibt es bereits eine rechte Gewerkschaft. Der ehemalige Neonazi-Musiker Oliver Hilburger ist der Kopf von „Zentrum Automobil“. Im November 2017 trat Hilburger bei einer Veranstaltung von Jürgen Elsässers Magazin Compact auf und forderte den Aufbau weiterer „alternativer Gewerkschaften“. Tatsächlich hat „Zentrum Automobil“ Erfolge vorzuweisen. Bei den Betriebsratswahlen im Daimler-Werk Untertürkheim Anfang März kamen die rechten Kandidaten auf 13,2 Prozent der Stimmen. Die IG Metall hielt jedoch die Mehrheit.

Trotz des Rückschlags am Eisenacher Werktor gibt Björn Höcke nicht auf. Für den 1. Mai hat er eine Demonstration in Eisenach angekündigt. Hashtag: #Sozialohnerotzuwerden.

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