Lisa Fitz ist der neue C-Promi in Putins Dschungelcamp

Party im "Sexton" am 9.5. V.l.n.r: Dirk Müller, Alexander "Chirurg" Saldostanow, Lisa Fitz, Peter Knirsch, Artjom Aksjonenko
Party im "Sexton" am 9.5. V.l.n.r: Dirk Müller, Alexander "Chirurg" Saldostanow, Lisa Fitz, Peter Knirsch, Artjom Aksjonenko

Die Kabarettistin Lisa Fitz feierte den „Tag des Sieges“ am 9. Mai mit Nachtwölfe-Rockern in Moskau. In deren Clubhaus „Sexton“ posierte die 66jährige gemeinsam mit Gründer Alexander „Chirurg“ Saldostanow für Fotos. Damit reiht sie sich ein in eine Riege deutscher C-Promis, die Propaganda für Putin machen.

Lisa Fitz will Juden kritisieren dürfen

In den 2000er Jahren füllte Lisa Fitz mit ihren Kabarett-Programmen deutschlandweit große Hallen. 2004 nahm sie an der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ teil, besser bekannt als „Dschungelcamp“. In den letzten Jahren war es ruhig geworden um sie. Doch Anfang des Jahres sorgte Fitz für einen Eklat. Auf YouTube veröffentlichte sie einen Song namens „Ich sehe was, was du nicht siehst“. [1]

Einige der Textzeilen enthalten typische Codes von Verschwörungstheoretikern und latenten Antisemitismus. Zum Beispiel:

Der Schattenstaat, die Schurkenbank, der Gierkonzern, Wer nennt die Namen und die Sünden dieser feinen Herrn. Rothschilds, Rockefeller, Soros & Konsorten, die auf dem Scheißeberg des Teufels Dollars horten.

In den großen deutschen Medien wurde der Text scharf kritisiert. Doch Fitz schoss zurück: als „völlig liberaler Mensch“ und „Freigeist“ wolle sie „das Recht haben, auch jüdische Familien der Hochfinanz zu kritisieren, wenn sie sich falsch verhalten“, sagte sie einer Lokalausgabe der Passauer Neuen Presse. [2] Durch solche Aussagen avancierte die Kabarettistin zu einer Heldin der Verschwörungsszene.

Die russischen Medien sprangen auf und stellten Fitz als unterdrückte Kritikerin und Oppositionelle dar. Und die revanchiert sich nun ihrerseits. In einem Interview mit dem Kreml-Portal „RT Deutsch“ anlässlich ihres jüngsten Moskau-Trips deutete sie unter anderem an, „die Amerikaner“ könnten hinter dem Londoner Skripal-Attentat stecken. [3]

Deutsche C- und D-Promis für Putin

An der Feier im Rocker-Club „Sexton“ nahmen neben Fitz auch ihr Lebensgefährte Peter Knirsch teil. Außerdem der ehemalige TV-Börsenerklärer Dirk Müller („Mr. Dax“), mittlerweile ein Star der Verschwörungsszene. Und der Linke-Kommunalpolitiker Andreas Maurer. Letzterer steht aktuell in Osnabrück wegen mutmaßlicher Wahlfälschung vor Gericht.

Die Kreml-Propaganda sucht händeringend nach bekannten Persönlichkeiten im Westen, die wirre Verschwörungstheorien im Sinne Putins verbreiten. Doch ähnlich wie beim „Dschungelcamp“ sind in der Regel nur abgehalfterte Charaktere bereit, sich für solche Auftritte herzugeben. Der Unterschied zu RTL: Niemand holt sie da wieder raus.

Anmerkungen

[1] YouTube (Einer von vielen Mirror-Uploads des inzwischen gelöschten Videos.)

[2] Rottaler Anzeiger am 2.2.18.

[3] RT Deutsch am 12.05.18.

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